Zweimal Weltmeister

08.03.2019 – Auf der Solitude war Bill Lomas bereits 1952 am Start. Damals noch mit A.J.S. 1956 war er wieder mit dabei. Dann mit Moto Guzzi. Und vor rund 300.000 Zuschauern, die an diesem Tag zur Solitude gekommen waren.

1954 war der Brite noch Vizeweltmeister auf 250 Kubik. Ein Jahr später dann Weltmeister auf 350 Kubik. Mit 32 Punkten in der WM-Wertung. Und damit 14 Punkte vor seinem Landsmann Dickie Dale, der ebenfalls auf Moto Guzzi unterwegs war.

Nun, am 22. Juli 1956, startete Lomas wieder auf der Solitude. Gewann mit seiner 350er Moto Guzzi das Rennen. Vor Gustl Hobl auf DKW und Dickie Dale auf Moto Guzzi. Lomas fuhr mit 149 km/h außerdem die schnellste Runde. Und wurde auch in diesem Jahr Weltmeister.

Bill Lomas nahm an diesem Tag auch am Rennen der Halbliterklasse teil. Fuhr auf seiner Moto Guzzi V8 um den Sieg gegen Geoff Duke auf Gilera und Walter Zeller auf BMW. Alle drei fielen aus, das Rennen gewann der Ire Reg Armstrong auf Gilera.

Nach einem Unfall 1957 in Imola musste Bill Lomas bereits im Alter von 29 Jahren mit dem Rennsport aufhören. Heute wäre er 91 Jahre alt geworden. Er verstarb 2007 im Alter von 79 Jahren.

Foto: Start der 350er beim Großen Preis von Deutschland auf der Solitude (1956)

Jim Clark fährt Streckenrekord


04.03.2019 – Auf der Solitude war er bereits 1960 zum ersten Mal angetreten. Und gewann in der Formel Junior auf einem Lotus 18 den Großen Preis von Stuttgart. 

Jim Clark war hier also kein Unbekannter, zumal er im Jahr 1963 beim Formel 1 Rennen, wiederum auf Lotus, den sagenhaften und nach wie vor gültigen Streckenrekord von 179,4 km/h aufstellen konnte. Und: Weil Jim Clark in diesem Jahr erstmals Weltmeister wurde.

1964 war er wieder mit dabei. Zehn Sekunden schneller als John Surtees, gewann er den Großen Preis der Solitude auf einem Lotus 33. Weltmeister wurde dieses Mal Surtees, Jim Clark dann wieder im Jahr 1965. 

Jim Clark verstarb am 7. April 1968 bei einem Unfall auf dem Hockenheimring. Vermutlich aufgrund eines Reifenschadens kam er auf gerader Strecke von der Fahrbahn ab und wurde gegen einen Baum geschleudert. Jim Clark wäre heute 83 Jahre alt geworden.

Foto oben: Großer Preis der Solitude (1964) – Clark und Hill, dahinter Surtees
Foto unten: Jim Clark auf der Solitude (1963)

Formel 1: Cooper T51

In Deutschland gab es nur sehr wenige Formel-1-Rennen, die im vergangenen Jahrhundert nicht zur gleichnamigen Weltmeisterschaft zählten. In den 1960er Jahren wurden auch die Rennen des ‚Großen Preises der Solitude‘ vor den Toren Stuttgarts veranstaltet, die insgesamt vier Mal auf der rund elf Kilometer langen Rennstrecke südlich des von Herzog Carl Eugen zwischen 1763 und 1769 erbauten Lustschlösschens an der Solitude ausgetragen wurden. Unter den damaligen Formel-1-Boliden stand öfters auch ein Cooper T51 in der Startaufstellung. Um es vorneweg zu nehmen, dieser – vom Briten John Cooper gezeichnete  Rennwagen – gewann unter seinem australischen Piloten Jack Brabham im Jahr 1959 die Formel-1-Weltmeisterschaft. Cooper gründete zusammen mit seinem Vater Charles im Jahr 1946 die ‚Cooper Car Company‘, die sich auf den Bau von Rennwagen konzentrierte. In das Chassis passten seinerzeit Motoren von mehreren Herstellern. Darunter waren neben Motoren von Ferrari auch Bristol und Maserati zu finden. Der erfolgreichste Motor kam letztlich dann von Coventry-Climax, der viele Jahre danach noch zu sportlichen Ehren gereichte.

Auf der Solitude startete 1960 im gemischten Feld der F1 und F2-Rennwagen der US-Amerikaner Masten Gregory mit einem Cooper T51-Maserati der Scuderia Centro Sud und belegte den neunten Rang. Gewonnen hatte das Rennen Wolfgang Graf Berghe von Trips (Horrem) im Ferrari 246P.  Gregorys französischer Teamkollege Maurice Trintignant wurde Zehnter. Sein Cooper T51 wurde von einem Climax-Motor angetrieben. Hans Herrmann, Joakim Bonnier, Graham Hill und Dan Gurney starteten in einem Porsche 718/2.

Im Rennen 1961, also ein Jahr später, siegte Innes Ireland (Lotus) vor Joakim Bonnier und Dan Gurney im Porsche. Bruce McLaren und Jack Brabham errangen im Cooper-Climax die Plätze Vier und Fünf.

1962 belegte Ian Burgess von der Anglo-American-Equipe mit dem weiterentwickelten Cooper T59-Climax den vierten Rang nach dem Sieger Dan Gurney, Jo Boonier (beide Porsche 804) und Trevor Taylor im Lotus 24.

1963 konnte der Schwede Joakim Bonnier seinen vom Rob Walker Racing Team an den Start gebrachten Cooper-Climax nach 23 Runden auf den neunten Rang fahren.

Beim Großen Preis der Solitude 1964 erreichte Bob Anderson im T51 den dritten Rang; hinter dem Sieger Jim Clark (Lotus-Climax) und John Surtees (Ferrari).

Der fränkische Modellautohersteller Schuco widmete sich schon vor einigen Jahren in seiner ‚Edition 1:18 Exclusiv‘ dem Cooper T51, der mit Striling Moss am Steuer, den Grand Prix von Italien 1959 gewann und schuf eine limitierte Serie von 1.500 Einheiten. Detailtreue war für bei diesem 265 Gramm schweren Modell die oberste Prämisse der Schuco-Leute. Die hochglanzlackierte Karosserie ist aus Zinkdruckguss gefertigt. Die Fronthaube des Cooper T51 lässt sich abnehmen, die Heckabdeckung kann hochgeklappt werden und gibt den Blick auf den sehr detailliert gestalteten Coventry-Climax-Motor mit seinen zwei Doppelvergasern, dem angeflanschten Getriebe und der Hinterachse frei. Das Schaltgestänge, die Leitungen und auch die Zündkabel sind hervorragend nachgebildet und verlegt. Dem Cockpit mit seinem Holzlenkrad sowie dem Cooper-Schriftzug in der Mitte sowie den verschiedenen Rundinstrumenten wurde höchste Präzision verliehen. Die Felgen sind schwarz lackiert und verfügen über eine Chromkappe im Nabenzentrum. Das Profil der Reifen und seiner rundum erhaben Hersteller-Prägung ist dem damals verwendeten Dunlop 5.00 L15 Racing exakt nachempfunden. Dieses überaus tolle Formel-1-Modell ist heute nur noch in ausgesuchten Fachgeschäften erhältlich.       

Artikel-Nummer: 450032600

Preis: UVP 229,90 €

Text & Fotos: Eberhard Strähle

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                    Ninety. One.

                    23.02.2019 – Er ist Ehrenmitglied unseres Vereins. Aber nicht nur, weil er mit dabei war, als der Solitude Revival e.V. gegründet wurde. Auch deshalb, weil er Zeit seines Rennfahrerlebens einen sehr engen und sehr besonderen Bezug zur Solitude hatte. Hans Herrmann war und ist hier zuhause. Er kennt jede Kurve, jede Gerade, jede Steigung und jedes Gefälle.

                    Wir freuen uns, dass Hans Herrmann auch heute noch so engagiert dabei ist wie früher. Nicht erst im Juli beim nächsten Solitude Revival. Sondern eigentlich immer. Hans Herrmann wird heute 91 Jahre alt. Im Namen des gesamten Vereins gratulieren wir sehr herzlich.

                    Der Vorstand

                    Fotos: Porsche AG (Großer Preis von Deutschland auf der Solitude 1956). Foto oben (v.l.n.r.): Wolfgang Graf Berghe von Trips, Hans Herrmann, Max Nathan und Bill Buff.

                    Henne gewinnt den Großen Preis

                    22.02.2019 – Mit dem Motorrad-Rennsport begonnen hatte er als 19jähriger. Das war im Jahr 1923. Und nach einigen Rennerfolgen holte BMW ihn drei Jahre später als Werksfahrer. Das war im Jahr 1926.

                    Nun also, am 16. Mai 1926, startete der Schnelle Henne, wie sie ihn nannten, auch auf der Solitude. Mit einer R37 gewann er nicht nur dieses Rennen, sondern wurde im selben Jahr auch Deutscher Meister in der 500-Kubik-Klasse. 

                    Ein Jahr später gewann Henne die Deutsche Meisterschaft auch auf 750 Kubik, und 1928 war er Sieger bei der Targa Florio auf Sizilien. Heute wäre Ernst Henne 115 Jahre alt geworden.

                    Foto und Werbemotiv: BMW Group Archiv

                    Porsche 356 „Gmünd Coupé“

                    Schuco präsentierte auf der Spielwarenmesse in Nürnberg den Porsche 356/2 „Gmünd Coupé“ im Maßstab 1:43 als Erweiterung der historischen Serie PRO.R 43‘.  Unter schwierigsten Voraussetzungen und in Holzbaracken baute Ferdinand Porsche in der kalten Jahreszeit von 1948/49, mit dem dafür nötigen Geld von Rupprecht von Senger aus der Schweiz, den ersten Serien-Porsche. Ruppert von Senger und sein damaliger Mitstreiter Bernhard Blank erhielten für ihre noble Geste den Titel als Porsche-Importeur der Schweiz verliehen. Es folgten 44 Coupés sowie acht Cabrios mit dem Namen „Gmünd“. In diesen 356er Typen sorgte auch erstmals ein Heckmotor von Volkswagen für den Vortrieb. Der Rohrrahmen wurde durch einen solchen aus Stahl ersetzt; während die Aussenhaut weiterhin unter händischer Arbeit aus Aluminiumblech in Form gebracht wurde.

                    Doch die Produktion mit 300 Arbeitern rechnete sich für Ferry Porsche pekuniär überhaupt nicht. Auslagerungen an spezialisierte Firmen wie Beutler oder Tatra,sowie die extrem hohen Kosten, die der Teiletransport inklusiv den Zollabgaben von Wolfsburg nach Kärnten verschluckt haben, wurde die Rückkehr ins Ländle schnell beschlossen. „In Gmünd war die Rentabilität gleich null“, soll der Autopionier geäussert haben. Als erste Stätte musste die herrschaftliche Villa auf dem Stuttgarter Killesberg herhalten. Bei der Karosseriefirma Reutter in der Augusten-Straße wurden Anfang 1950 die ersten Karosserien gebaut. Später resümiert Ferry Porsche über die Zeit in Gmünd wie folgt: „Heute wundere ich mich, dass es uns gelungen ist, so viele Autos bei all den Problemen, die es gab, herzustellen.“  

                    Das 43mal verkleinerte Gmünd Coupé von den Franken besticht durch seine hervorragende Qualität. Die aus Resin gefertigte Karosserie und den diversen Anbauteilen aus Plastik bilden eine gute Allianz der Materialien. Die Scheiben sind glasklar und lassen den Blick auf das Interieur und das hervorragend detaillierte Cockpit zu. Die Front- und Heckleuchten spiegeln die Einfachheit der damaligen Automobilherstellung exakt wieder. Auf die mit einer Chromkappe abgedeckten Felgen sind mit einem Profil versehene Reifen aus weichem Kunststoff aufgezogen. Das nur 52 Gramm leichte Modell wird von Schuco in einer limitierten Serie von 500 Stück  auf einem Sockel in einer Klarsicht-Vitrine angeboten.

                    Artikel-Nr.: 450879800
                    Preis: UVP 89,90 €

                    Text & Fotos: Eberhard Strähle

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                                  Herzliche Einladung zum Rollenden Museum

                                  Ziel ist es, den Besuchern der Langen Nacht der Museen am Samstag, den 23. März 2019, ein tolles Spektrum an historisch wertvollen Fahrzeugen zu präsentieren und diese durch eine Mitfahrt aktiv erlebbar zu machen. Die Besucher werden eine Fahrt mit Start und Ziel auf dem Schlossplatz erleben. Rainer Klink vom Boxenstop-Museum wird mit seinem unerschöpflichen Wissen zu den Fahrzeugen und Anekdoten rund um die Geschichte des Kfz für Kurzweil der Besucher sorgen.

                                  Der Württembergische Automobilclub (WAC) ist seit 2013 Schirmherr und Kurator des vom Publikum sehr beliebten Rollenden Museums. Ziel ist es, Oldtimer-Clubs und Fahrern eine Möglichkeit zu geben, ihre liebevolle Arbeit für die Erhaltung der Geschichte der Mobilität den Besuchern erlebbar zu machen. Sowohl die Stuttgarter als auch die überregionale Presse haben das WAC Rollende Museum als Highlight der Langen Nacht der Museen beschrieben.

                                  Der WAC freut sich auf die Teilnahme von befreundeten Clubs und Oldtimerfreunden aus der ganzen Region und rechnet mit 80 bis 100 sehens- und erlebenswerten Fahrzeugen im Ehrenhof des Neuen Schlosses. Die Teilnehmer erwartet ein aufgeschlossenes und äußerst interessiertes Publikum, eine Versorgung durch Freunde und Partner des WAC sowie ein wärmender Ausklang am WAC Stand.

                                  Aufstellung der Fahrzeuge: 17.00 Uhr
                                  Rundfahrt: 19.00 – 24.00 Uhr
                                  Ort: Ehrenhof vor dem Neuen Schloss, Stuttgart

                                  Teilnehmen können Teams mit Fahrzeugen bis Baujahr 1980. Die Fahrzeuge müssen zugelassen sein und sollten für eine Mitfahrt von Besuchern geeignet sein. Anmeldung per Email bis zum 01.03.2019 in Form des Anmeldeformulars und Bildern des Fahrzeugs an Jürgen Preuß, Organsiation WAC Rollendes Museum, j.preuss@wac1899.de

                                  Anmeldung Rollendes Museum

                                  Rückblick Solitude Revival 2017

                                  Weltmeister auf zwei und vier Rädern

                                   

                                  11.02.2019 – Vier Jahre zuvor war er bereits auf der Solitude gefahren, damals noch auf seiner 500er Agusta. John Surtees gewann 1960 nicht nur das Rennen auf der Solitude, sondern wurde auch zweifacher Weltmeister in der 350er und der 500er Klasse. Insgesamt sieben Weltmeistertitel und sechs Siege auf der Isle of Man zeigen, dass Surtees auf dem Motorrad damals kaum zu schlagen war.

                                  In Reih und Glied: Clark, Surtees und Hill

                                  Nun also, am 19. Juli 1964, startet Surtees beim Großen Preis auf der Solitude. Seit 1960 fuhr er in der Formel 1, 1963 war er zu Ferrari gewechselt. Surtees wurde Zweiter, war zehn Sekunden langsamer als Jim Clark auf Lotus. Weltmeister wurde er trotzdem. Und ist damit der bisher Einzige, der sowohl mit dem Motorrad als auch in der Formel 1 die Weltmeisterschaft gewinnen konnte.

                                  Großer Preis: Surtees vor dem Start

                                  John Surtees wäre heute 85 Jahre alt geworden. Er ist vor knapp zwei Jahren verstorben. Wir denken an ihn.

                                  Viermal Weltmeister

                                  05.02.2019 – Gemeinsam mit Emil Hörner wurde Max Deubel auf BMW von 1961 bis 1964 viermal hintereinander Seitenwagen-Weltmeister. Zuletzt am 19. Juli 1964, als die Weltmeisterschaft beim „Großen Preis von Deutschland“ auf der Solitude entschieden wurde.

                                  Deubel und Hörner fuhren mit einem Schnitt von 142,3 km/h zwar die schnellste Runde des Rennens, mussten sich an diesem Tag jedoch Fritz Scheidegger und John Robinson (ebenfalls auf BMW) geschlagen geben. Trotzdem: Der zweite Platz auf der Solitude reichte zum vierten Weltmeistertitel! Max Deubel wird heute 84 Jahre alt. Wir gratulieren!

                                  Foto: Scheidegger/Robinson (9) vor Deubel/Hörner (20) am Schatten
                                  Video: BMW Group Archiv

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